Rumgemeckert

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geschrieben am 8. august 2008

Leselust … ?

Nicht mehr so heiß, noch nicht zu kühl …
schnell ! die Polster auf´s Gestühl.
des *Schätzings `Schwarm´* hervor ich krame,
zum weiterlesen mich erbarme.
Hingesetzt, Buch aufgeschlagen,
beginn´ich ernsthaft mich zu fragen,

warum ich mit dem `Schwarm´ mich quäle,
und kein andres Buch erwähle … ?

eines, in dem die Handlung fließt,
sich nicht in Wissenschaft ergießt
und mich nicht fachlich informiert,
da mich doch hier nur int´ressiert,
wie´s weitergeht, mit Menschen, Würmern,
Walen, Krabben, Ölbohrtürmern …

Doch – erwartungsfroh, was nun passiert
- wird Fachliches Seit´um Seit´ serviert.
Und so verlier ich die Lust am Lesen,
weiß nicht mehr, was, wann, wo, gewesen.
Und all die Namen – viel zu viele!
Und ich hätt´doch gern viel mehr Gefühle,
von dem einen oder andern,
anstatt durch Fachwüste zu wandern;

Sehnsüchtig denke ich zurück,
an – für mich – des Schätzings Meisterstück:
Spannend war´s, und auch mit Witz,
straff geschrieben, hatte `Sitz´,
gierig ich´s verschlungen habe:
`Mordshunger´- des Buches Name.
- Doch dieser `Schwarm´ schwärmt so weit aus,
schleppt sich voran, für mich ein Graus.

Nanu, wo kommt der Wind denn her?
Und warum donnert´s, bitte sehr?…
Ein Gewitter! Flugs, ganz schnell,
die Polster wieder vom Gestühl.

Den `Schwarm´ zur Couch zurückgetragen
beginn ich ernsthaft mich zu fragen,
warum nicht ins Regal ich stell´,
den `Schwarm´ – lieber mich weiter quäl ..?

Im Zweifel für den Angeklagten,
hör im Geiste ich mich sagen,
vielleicht, so denke ich, kommt doch
die Handlung noch aus ihrem Loch … ?
… und trägt mich wie `ne Welle zur letzten Seite
- jetzt aufzugeben wär´ne menschliche Pleite.

Die Neugier gebietet, dass ich weiterlesen muss,
denn wie es endet, erfährt man erst am Schluss…

… und außerdem sind es nur noch 400 Seiten …
(der `Schwarm´ wird mich wohl noch bis Weihnachten begleiten)

…stöhn…

( * “Der Schwarm” ; Roman – Autor: Frank Schätzing )

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geschrieben im Herbst 2007

Rezension zu “Mirandas Traum”

Verloren im Land der Träume

Mirandas Traum“ heißt der Debütroman der 1958 in Rottweil am Neckar geborenen Marianne Eschbach, deren Herz nicht nur für ihren Mann – den bekannten deutschen Schriftsteller Andreas Eschbach – sondern auch für die Philosophie schlägt. Mit dem Schriftzug „Verloren im Land der Träume“  kündigt der Klappentext eine tiefsinnige Fantasy-Geschichte an, macht im weiteren neugierig darauf, wie Martin es schaffen wird, seine Schwester Miranda – die durch einen Fahrradunfall ins Koma gefallen ist – im Land der Träume zu finden, um sie zu retten. Mit den sprechenden Tieren Friedrich Pelikan, Emilia Eule, dem Kleinen Bären sowie den Mäusen Professor Langschwanz und Doktor Spitzohr als Begleiter macht sich Martin auf die Reise ins Land der Träume, um Marduk, den Verwalter der Lebenszeit, zu finden und ihn zu bitten, Mirandas Lebenszeit zu verlängern. Martin und seine Gefährten müssen viele Abenteuer bestehen, bis sie Marduk und am Ende auch Miranda finden.

Was im Klappentext eine fantasievolle Reise ins Land der Träume verspricht – entwickelt sich während des Lesens zusehends zu einem nervenden Albtraum. Einerseits glänzt Frau Eschbach mit einem enormen Ideenreichtum und flüssigem Schreibstil, andererseits lässt sie Glaubwürdigkeit vermissen – z.B. lässt sie sich zu Beginn abwertend aus, über Kinder, die PC Spiele spielen, aber gegen Ende des Romans scheint es eher so, als ob sie diese Spiele begeistert als Beschäftigung für Kinder empfehlen würde. Ein Widerspruch, den der Leser nicht nachvollziehen kann. Und mit den Sätzen: „Er gab ihr eine Ohrfeige, dass sie von der Bank fiel und einen Meter weit durch die Küche flog. Mit ihren blinden Augen glotzte sie verwirrt in den Raum.“ – beginnt der Leser sich bereits auf Seite 101 innerlich von der Autorin und ihrer Geschichte zu distanzieren. Ebenso distanziert man sich im weiteren Verlauf auch immer mehr von der Hauptfigur, denn Martins Wesen ist so oberflächlich dargestellt, dass dem Leser  kaum eine Chance gegeben wird, ihm ein wenig Sympathie abzugewinnen. Einzig die Charaktere Emilia Eule, sowie die Mäuse Professor Langschwanz und Doktor Spitzohr, bringen Leben in den Roman und bescheren dem Leser einige bewegte Momente. „Marianne Eschbachs Romandebüt sorgt für atemlose Spannung und regt zum Nachdenken an…“ lautet ein Satz aus dem Umschlagtext des Buches –  „atemlose Spannung“ erfährt der Leser höchstens durch die Suche nach der eigentlichen Handlung des Romans, welcher ihn am Ende „zum Nachdenken anregt“ darüber, ob er schon jemals ein so minder unterhaltsames Buch gelesen hat. Denn weitgehend verliert sich Frau Eschbach in kinoartig gestalteten Szenen,  sinnfreien Dialogen, langatmigen Beschreibungen und aneinander gereihten Abenteuern, die den Leser – anstatt ihn neugierig auf das weitere Geschehen zu machen – oftmals weit von der Handlung entfernen. Sofern der Leser überhaupt mächtig ist, hier eine Handlung zu erkennen. Denn der Roman handelt nicht nur von Martins Ziel, seine Schwester Miranda aus dem Koma zu retten, sondern gleichzeitig davon, dass sieben Kinder auserwählt wurden, um die vom Untergang bedrohte Traumwelt zu retten. So verworren wie die Handlung  erscheint auch das Ende von „Mirandas Traum“, das den Leser mit einer flach geschriebenen Abschlussszene unbefriedigt aus dem Buch entlässt. Und so dem im  Klappentext verheißungsvoll klingenden Schriftzug „Verloren im Land der Träume“ eine ironische Bedeutung zukommen lässt. Die Tiefe der menschlichen Psyche ist wohl tatsächlich unergründlich, zumindest dies, macht Marianne Eschbach mit ihrem Erstlingswerk mehr als deutlich…

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