In einer Ecke vom Balkon-Dach prangt ein grosses, fein gewebtes Spinnennetz. Respekt, Frau Spinne, das könnte man schon ein Kunstwerk nennen… Stühle und Tisch sind in den letzten Monaten noch ein Stück weit mehr werwittert, als sie es ohnehin schon waren. Ich muss nächstes Jahr wirklich was Neues kaufen .. aber das sage ich jedes Jahr und tu es dann doch nicht, seufz … Meine Balkonpflanzen sehen ein wenig verwuchert aus, wie immer nach dem Sommer. Ein Zeichen dafür, dass wir tatsächlich Sommer hatten, auch wenn das Wetter oftmals eher novemberlich als sommerlich war. … Frische, klare Luft, sanft wärmende Sonne. Herrlich goldener Herbst heute… so könnte es von mir aus gerne bleiben.
Heut und morgen frei. Hab viel vor , muss so einiges dringend erledigt werden. .. Werde es aber nicht schaffen zu tun, was getan werden müsste, ist jetzt schon klar. Mangels Lust an körperlicher Betätigung, aufgrund Bedürfnis nach Entspannung, Relaxen einfach mal abhängen. Hüfte und Knie bringen sich in den letzten Wochen häufig schmerzhaft in Erinnerung , brauche dringend neue Einlagen für die Arbeitsschuhe, auch die Füße schmerzen höllisch. Kein Wunder nach all den Überstunden in den letzten Wochen. .. Doch wie sagt meine Mutter immer : ” Solange die Knochen und Füsse noch weh tun, weiß man, dass man noch lebt” .. - nun ja, grins, könnte mir schon was Schöneres vorstellen, um das Leben zu spüren. .. aber vorerst werde ich mich wohl damit begnügen müssen, Überstunden werden vorerst nun an der Tagesordnung sein, kaum Freizeit, bis in den Dezember hinein, denn das Weihnachtsgeschäft ist bereits in vollem Gange, der Versandhandel hat nun Hochsaison. .. Mitgehangen, mitgefangen, eben… Aber auch im positiven Sinne. Denn mein Zeitvertrag geht ab Oktober in die erste Verlängerung, bedeutet, bis Ende März ist die finanzielle Existenz gesichert. Dafür nehme ich dann gerne schmerzende Gelenke und Füße und Überstunden in Kauf.
Vor Monaten dachte ich noch, mit der Zeit würde sich wieder ein Rhythmus in mein Leben bringen lassen, alles nur eine Frage des Einspielens, der Organisation. Doch mittlerweile ist klar, dass dies nicht eintreten wird. Nicht funktionieren kann. Durch die wechselnden Schichten kann sich der Körper nicht wirklich auch nur halbwegs auf einen Rhythmus einstellen, geht nicht. Vielleicht ändert sich ja was dran, wenn im nächsten Jahr das neue Arbeitszeitmodell eingeführt wird, mal sehen. – Doch vorerst ist mein Leben eben unrhythmisch. Und ich habe akzeptiert, es so zu nehmen, wie es kommt. Dabei hat sich meine natürliche Spontanität als sehr hilfreich erwiesen, macht es mir leichter. Ich entscheide aus dem Moment heraus, was tu ich, was lass ich, plane nichts mehr. Und genau genommen, hat dieser “Un-Rhythmus” ja auch was Rhythmisches, denn er ist täglich präsent, lach ..
Die erste Ladung Wäsche ist schon fast trocken. gut, dass ich heute so früh die Waschmaschine angeworfen hatte . Und nun werde ich ganz spontan
die nächste Ladung ansetzen, vielleicht hält das Wetter ja, und ich krieg die auch noch draussen trocken .. und wenn nicht, dann eben nicht, was solls , so wie es kommt, so ist es eben ..








